Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (ISE)

Das Kernstück der ISE ist unsere Einrichtung in Durlach-Aue. Hier werden zwischen 5 und 7 Jungen und Mädchen ab 16 und junge Erwachsene betreut, die zuvor nirgends länger bleiben konnten oder aufgrund ihrer Vorgeschichte sehr individuelle Betreuung brauchen, die im Gruppenkontext nicht erbracht werden kann.

In der Intensive sozialpädagogischen Einzelbetreuung werden mindestens 30h/Woche angeboten. Zusätzlich haben wir eine ständige Nachtbereitschaft eingerichtet, da nachts bei vielen ein erhöhter Gesprächsbedarf besteht und Ängste, Aggressionen und Suchtverhalten in der Stille aufblühen. Die drei Häuser beherbergen auch einen Veranstaltungsraum, eine Gemeinschaftsküche, einen Werkraum mit Tonstudio, Musikequipment, Kreativmaterial und das Büro des Teams.

Von hier aus werden auch Jugendliche anderer Einrichtungen betreut, die nicht schulfähig sind, eine Auszeit benötigen oder zusätzlich zur Gruppenbetreuung intensive Einzelarbeit brauchen.

Es wird unterschieden zwischen Tiergestützter Förderung und Tiergestützter Pädagogik.

Tiergestützte Förderung sind Interventionen im Zusammenhang mit Tieren, welche auf der Basis eines (individuellen) Förderplans vorhandene Ressourcen des Klienten stärken und unzulänglich ausgebildete Fähigkeiten verbessern. Sie werden von unterschiedlich ausgebildeten Experten im pädagogischen oder sonderpädagogischen Bereich durchgeführt. Die Tiere, bei ITL zwei Hunde, sind entsprechend ausgebildet und werden unter Berücksichtigung aller Vorschriften bzgl. Arbeitszeiten eingesetzt.

Der Tiergestützter Pädagogik werden Interventionen, im Zusammenhang mit Tieren zugeordnet, welche auf der Basis konkreter klientenorientierter Zielvorgaben Lernprozesse initiieren. Durch sie soll schwerpunktmäßig die emotionale und soziale Kompetenz des Klienten verbessert werden.

Ziel der Tiergestützten Pädagogik ist der Lernfortschritt des Klienten mit Hilfe der Initiierung und Unterstützung von sozial- emotionalen Lernprozessen.

Viele der Klient*innen, die letztlich in der ISE landen, haben schon eine sogenannte Jugendhilfekarriere hinter sich. Ihr Leben ist geprägt von Beziehungsabbrüchen, sowohl in der Familie, als auch in der Jugendhilfe. Zu oft mussten sie, die sich nicht an Regeln halten können, eine Wohngruppe verlassen. Aber was bedeutet „Fehlverhalten“? Wir gehen davon aus, dass das gezeigte Verhalten aus der Perspektive des jungen Menschen sinnvoll ist. Wenn auch oft nicht dienlich. An den sozialpädagogischen Begleiter*innen liegt es, dieses Verhalten zu entschlüsseln und die zugrunde liegenden Themen und Ressourcen zu identifizieren. Dann erst können sie anfangen, mit den Jugendlichen neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Das Motto heisst: „Wir sind da. Wir gehen nicht einfach weg, weil es uns zu viel wird. Und wir schicken Dich auch nicht einfach weiter, sondern suchen mit Dir zusammen Lösungen.“

Manchmal ist es notwendig, eine negative Dynamik zu unterbrechen. Eine Möglichkeit ist es, auf eine mehrtägige Wanderung zu gehen, eine andere ist ein Campingausflug oder eine Kanutour. Was wie Belohnung klingt, ist eine große Herausforderung für die Jugendlichen. Viele ihrer Verhaltensmuster sind sehr routiniert und werden immer wieder abgespielt. In fremder Umgebung, sich selbstversorgend und unter freiem Himmel gelten neue Spielregeln, die Muster verflüssigen und eine Verhaltensveränderung initiieren können.

Weitere Angebote

Ambulante Hilfen

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Vollstationäre Wohngruppen

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Inobhutnahme

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Sozialpädagogische Familienhilfe

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Betreutes Jugendwohnen

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